Musikverein Schindellegi-Feusisberg

...weil Musik Freude macht

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Start Geschichte

Ein Musikverein wird geboren

Dass bereits schon im Jahre 1898 in Schindellegi eine Musikgesellschaft bestanden hatte, wissen heute nur noch wenige Leute. Mit einer Besetzung von zwölf Mann wurde die Musikgesellschaft vom jungen Karl Bachmann-Thomer aus Feusisberg sechs Jahre lang geleitet und 1904 wieder aufgelöst. Aus der seit 1905 bestehenden Tanzkapelle erfolgte 1922 der zweite Versuch einer Gründung, diesmal in Feusisberg. Doch der Verein hatte in den zwanziger Jahren stark mit Mitgliederschwund zu kämpfen. Ein triftiger Grund dafür war sicherlich der neu hervorgerufene Musikverein in Schindellegi.

MVSF im Jahre 1923

Der Verein ein Jahr nach der zweiten Gründung im Jahr 1922, die in Feusisberg stattfand.

Die wahre Geburtsstunde

Es war im Frühjahr 1931, als sich 38 stramme Burschen auf das Inserat des Höfner Volksblattes hin meldeten. Als die Spreu vom Weizen getrennt war, verblieben noch 30 Mitglieder. Unter der musikalischen Leitung von Roman Litschi startete der Musikverein Schindellegi in sein erstes Vereinsjahr. Doch da fehlte noch ein wichtiger Bestandteil zum Musizieren: die Instrumente. In der Anfangsphase wurde leihweise auf den meist museumsreifen Instrumenten der Firma Hug Zürich gespielt. Doch da dies kein Zustand war wurde eigens von Haus zu Haus gegangen, Fasnachtsumzüge organisiert und eine Tombola durchgeführt, um einer Finanzierung eigener Instrumente näher zu kommen. Mit grossem Erfolg: trotz der damaligen Krisenzeit gelang es dem Musikverein dank des grossen Einsatzes 1932 die Neuinstrumentierung durchzuführen. Zwei Jahre später folgte die neue Uniform. Für 550.- Fr. erwarb man die abgenutzte Uniform der Stadtmusik Rapperswil. Interessant zu erwähnen ist, dass die chemische Reinigung doppelt so teuer war. Natürlich blieb es nicht bei der alten Rapperswiler Uniform. 1948 konnte man die erste eigene Uniform einweihen.

Harte Sitten

Einige Ausschnitte der ersten Statuten des Vereines sind interessant:

  • Wenn immer möglich, sollen bei Proben und Produktionen alle Mitglieder teilnehmen, und sich nicht durch andere Gesellschaften engagieren lassen.
  • Nichtbeachtung der Verfügung des Dirigenten oder Präsidenten hat 50 Rappen bis einen Franken Busse zur Folge.
  • Für unentschuldigtes Ausbleiben bei Produktionen tritt eine Busse von einem Franken ein. Entschuldigungen sind mindestens drei Tage vor der Aufführung einzureichen und können nur in ganz dringenden Fällen berücksichtigt werden.
  • Störungen von Seite der Mitglieder dürfen in den Proben nicht vorkommen. Streitigkeiten irgendwelcher Art sind während der Proben und Aufführungen streng verboten.

Zugegebenermassen regt der eine oder andere Satz zum Schmunzeln an.

Ausserschwyzer Musiktag Schindellegi

1943 fand der erste grosse musikalische Anlass in der Gemeinde Feusisberg statt. 17 Vereine von nah und fern kamen nach Schindellegi um sich zu messen. Über 600 Musikanten genossen den unvergesslichen Anlass, für den sogar Extrazüge organisiert wurden.
Ein kleiner Kostenvergleich: Dazumal erhielt „Mann" für Fr.2.- Festführer, Festbändel und ein „Zabig". Da staunt der Laie, und der, der dabei gewesen ist, lächelt und schwelgt in Erinnerungen.

 

MVSF im Jahre 1948

Die Musiker im Jahre 1948 mit ihrer ersten eigenen Uniform.

 

Anschuldigungen

Schon 1945 förderte der Musikverein den eigenen Nachwuchs, was aber nicht nur Anklang fand. Es folgten Anschuldigungen seitens des Schulrates wie zum Beispiel:
 
  • Die Proben dauerten bis tief in die Nacht, bis 21.30 und noch länger.
  • Auf dem Heimweg sei das Benehmen der Jungmusikanten oft derart, dass ein behördliches Einschreiten notwendig geworden ist.
  • Das Spielen eines Blasinstrumentes sei sehr gesundheitsschädigend, da Verstreckungen der Lungenbänder und Asthma eintreten können.

Der Musikverein nahm Stellung zu diesen Anschuldigungen:

  • Die Musikstunden finden jeweils nach dem Gottesdienst am Sonntagvormittag statt.
  • Bezüglich der Gesundheit sei es fraglich, da in Städten Knabenmusiken behördlich gefördert und unterstützt werden, obwohl es ihrer Meinung nach gesundheitsschädlich sei.

Schon damals war es schwierig ein geeignetes Probelokal zu finden und ebenfalls benutzen zu dürfen. Da der Platz im Hause des Dirigenten zu knapp wurde, musste man auf Schullokalitäten ausweichen, wobei es schon mal passieren konnte, dass man vor geschlossener Tür stand.