Musikverein Schindellegi-Feusisberg

...weil Musik Freude macht

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Start Geschichte 1971-1990

Zeit der Reisen, erstes grosses Jubiläum

Wenn man in den verstaubten Ordner der 80er Jahre stöbert, fällt auf, dass der MSF die Nachbarsländer unter die Lupe nahm. So kam es, dass die Musikanten innerhalb von zehn Jahren siebenmal auf Reisen waren. Was geschah wohl am Oktoberfest in München? Wie sonderbar, die Dokumente dazu sind spurlos verschwunden! Im Vordergrund dieser Vereinsreisen standen die Erforschung der fremden Ess- und Trinkkulturen und vor allem die Kameradschaft. Wie aus den folgenden Zeilen sichtbar wird, kam schon nach einem Gläschen Wein die dichterische Seite zum Vorschein:

„Wir fuhren alle, das ist klar,
mit Schuler Ernstels Reisecar.
Der Frowin mit Humor und Feuer
war ein guter Mann am Steuer…“

„Zu diesem grosse Feste,
wählte Franz das Allerbeste.
Denn bei diesem guten Wein,
muss Kümin Hans in Hochform sein…“

„Es muss kein rechter Müller sein,
der nicht verträgt den Durbachwein.
Der Noldi sich so tapfer wehrt,
doch macht der Magen dennoch kehrt…“ (E.Müller)

Wenn man diese Zeilen liest, packt es bestimmt auch die heutigen Musikanten wieder zum Reisen.

1981, das erste grosse Jubiläum wird gefeiert

Der Musikverein konnte 1981 sein 50 jähriges Bestehen feiern. Es wurde ein dreitägiges Fest in Schindellegi organisiert. Ein vielköpfiges Komitee setzte alles daran, der Bevölkerung in und um Schindellegi einen unvergesslichen Anlass zu bieten. So bot man am Eröffnungsabend Unterhaltung mit „Los Gringos“ und der „Beny Rehmann Show“. Am Samstag wurde eine Reisebekanntschaft aus der BRD eingeladen: die Trachtenkapelle Durbach; was Reisen alles ermöglichen kann?! Nach zweitägigem lockeren Feste kam am Sonntag der eigentliche Grund zum Zuge: die Kirchenglocken läuteten die 50-Jahrfeier und die Neuuniformierung ein. Mit einem eigens komponierten Jubiläumsmarsch setzte der damalige Dirigent Franz Reichlin einen Schlusspunkt. Nach 25 Jahren konnte Franz Reichlin auf eine glanzvolle musikalische Leistung zurückblicken. Er übergab 1981 seinen Dirigentenstab an Werner Fischer.



1981 feierte der Musikverein Schindellegi-Feusisberg seinen fünfzigsten Geburtstag

 

Formelles wurde geändert

1982 war es dann soweit: Der Musikverein Schindellegi bekam einen neuen Namen: „Musikverein Schindellegi-Feusisberg“. Diese Namensänderung verlief ohne grossen Aufwand, nicht aber die erste Statutenänderung von 1984, die 1985 in Kraft trat. Die Statutenkommission investierte viel Zeit, um die Statuten von 1931 zu „modernisieren“.
Wie im ersten Teil der Geschichte zu lesen war, wurden die Vereinsmitglieder im wesentlichen nicht mehr zur Kasse gebeten. In den neuen Statuten führte man ein sogenanntes Punktesystem für den Probebesuch ein. Der Bibliothekar verteilte die Punkte folgendermassen: Probe: 15 Punkte, Aufführungen: 10 Punke, unentschuldigte Absenzen: 0 Punkte. Nicht als Absenz und mit 5 Punkte angerechnet wurden: Militärdienst bis zu 4 Wochen, Feuerwehrdienst, Todesfälle in der Familie bis zu 4 Wochen, Unfall oder Krankheit bis 4 Wochen (mit Arztzeugnis, versteht sich). Zu beachten ist aber: Vorstandsmitgliedern wurden nach drei Sitzungen eine Absenz gestrichen! Zudem hielt man bei Vereinsreisen fest: Mitglieder, welche eine begründete Entschuldigung vorweisen konnten (Militärdienst,etc.), ein Anrecht auf die Auszahlung ihres Reiseanteils hatten. In dieser Zeit gab es einen spezifischen Kassier für Vereinsreisen.

Schindellegi im Musikrausch

Die glamouröse Fahnenweihe im Mai 1988 mit den drei zusätzlichen unvergesslichen Festtagen ging in die Vereinsgeschichte des MSF ein. Zum abwechslungsreichen Programm der verschiedenen Dorfvereine waren auch Stars wie John Brack, Che&Ray und die Mölltaler zu Gast. Nebst der Fahnenweihe führte man am Sonntag den Schwyzer Kantonalen Musiktag durch. Über 900 Musikanten besuchten das Kantonale Wettspiel. Auffallend an diesem Anlass war, dass Dorfvereine wie „Sihlhexen“, Damen- und Männerriege, Jodelchörli und die Trychler mit eigenen Darbietungen den Sonntagabend umrahmten. Unzählige Arbeitsstunden und schlaflose Nächte investierte man für diesen viertägigen Grossanlass. Mancher Musikant verlegte sein Nickerchen ungewollt an seltsame Orte. Am Schluss konnte der MSF auf ein gelungenes und erfolgreiches Fest zurück blicken.